GfK Konsumklima: Leichte Erholung erkennbar

Die aktuelle Erhebung des GfK Konsumklimas powered by NIM zeigt, dass sich die Verbraucherstimmung in der ersten Messung nach der Bundestagswahl etwas verbessert hat. Insbesondere die Erwartungen in Bezug auf Konjunktur und Einkommen sowie die Bereitschaft zu Anschaffungen weisen positive Tendenzen auf. Gleichzeitig deutet jedoch eine steigende Sparneigung darauf hin, dass sich das Gesamtbild des Konsumklimas nicht so stark erholen kann, wie es sein könnte.

„Offenbar haben die Wahlen mit der Aussicht auf eine neue Regierung bei einer Reihe von Konsumenten den Pessimismus etwas schwinden lassen. Allerdings trübt der neuerliche Anstieg der Sparneigung das Gesamtbild. Sie verhindert eine stärkere Verbesserung des Konsumklimas“, erklärt Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM.

Die hohen Sparraten werden nach wie vor als Ausdruck der Verunsicherung der Verbraucher interpretiert. Eine zügige Regierungsbildung sowie die baldige Verabschiedung eines diesjährigen Haushalts würden laut Bürkl für mehr Planungssicherheit sorgen – sowohl für Unternehmen als auch für private Haushalte. Dadurch könnten die Verbraucher wieder eher dazu bereit sein, Geld auszugeben und den Konsum anzukurbeln.

Die Einkommenserwartungen haben sich im März wieder leicht verbessert, nachdem sie in den beiden vorangegangenen Erhebungen zurückgingen. „Ob damit der seit Mitte 2024 herrschende Abwärtstrend gestoppt ist, und eine Erholung der Einkommensstimmung einsetzen kann, bleibt abzuwarten. Als Gründe für die schwache Entwicklung der Einkommenserwartung werden in unseren tiefergehenden Analysen neben den hohen Preisen und ungenügenden Einkommen auch die anhaltend unsichere politische und wirtschaftliche Lage genannt“, ergänzt Rolf Bürkl.

Auch die Anschaffungsneigung zeigt im März eine leichte Verbesserung, verharrt aber insgesamt noch auf einem sehr niedrigen Niveau – schlechter als während der beiden Lockdowns in der Pandemie 2020/2021. Eine nachhaltige Verbesserung der Anschaffungsneigung wird unter anderem davon abhängen, wie schnell die bestehende Verunsicherung abnimmt.

Positiv sticht hervor, dass die Konjunkturerwartungen der Deutschen für die kommenden 12 Monate im März spürbar zulegen. Ob diese optimistischen Aussichten tatsächlich zu einer Belebung der deutschen Konjunktur führen – und wie effektiv das kürzlich beschlossene Finanzpaket eingesetzt wird – bleibt abzuwarten.

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