Hornbach wächst gegen den Markttrend und setzt auf eigene Stärke
Hornbach hat sich im Geschäftsjahr 2025/26 trotz eines leicht rückläufigen Branchentrends positiv entwickelt. Der Teilkonzern Hornbach Baumarkt AG steigerte seinen Umsatz und sieht das eigene Geschäftsmodell dadurch bestätigt. Auf der Bilanz-Pressekonferenz am 19. Mai in Frankfurt sprach Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG, von einem wichtigen Signal, „dass unser Angebot zieht“. Diesen Kurs wolle das Unternehmen konsequent fortsetzen.
Für das Geschäftsjahr 2025/26 meldete die Hornbach Holding bei ihrem größten operativen Teilkonzern Hornbach Baumarkt AG ein Nettoumsatzplus von 4,0 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte der Umsatz bei 5,8 Milliarden Euro gelegen. Flächen- und währungsbereinigt betrug das Plus 2,4 Prozent.
Auch das Online-Geschäft legte weiter zu. Der Online-Anteil inklusive Click & Collect erreichte 12,7 Prozent. Der Online-Umsatz stieg um 7,1 Prozent auf 771,4 Millionen Euro, nach 720,3 Millionen Euro im Vorjahr.
Zugleich konnte Hornbach seine Marktanteile in mehreren Ländern ausbauen. In Deutschland stieg der Anteil 2025 auf 15,7 Prozent, in den Niederlanden auf 29,4 Prozent, in Österreich auf 17,6 Prozent, in der Schweiz auf 15,0 Prozent und in Tschechien auf 38,8 Prozent. Diese positive Entwicklung setzte sich nach Unternehmensangaben auch in den ersten Monaten des Jahres 2026 fort.
Wachstum nicht nur durch neue Flächen
Albrecht Hornbach führt die Entwicklung auf eine klare strategische Ausrichtung zurück. Wachstum entstehe nicht allein durch Expansion, sondern „auch auf vergleichbarer Fläche“. Man liege „klar über den Zahlen des BHB“ und sei „auch im Ergebnis gut positioniert, trotz deutlich höherer Kosten“.
Als zentralen Erfolgsfaktor beschreibt Hornbach ein konsequentes „Denken von außen nach innen“. Gemeint ist eine Ausrichtung vom Kunden her. Dazu zählen aus Sicht des Unternehmens eine innovative Sortimentsgestaltung, Dauertiefpreise und der weitere Ausbau des Interconnected Retail.
Rabattaktionen stehen dabei nicht im Mittelpunkt der Strategie. Hornbach setzt nach eigener Darstellung auf „Dauertiefpreise statt Rabattaktionen“. Auch Preisforderungen der Industrie werden kritisch geprüft. „unbegründete Preiserhöhungen der Industrie“ wolle man nicht einfach akzeptieren, sondern genau hinterfragen.
Mehr Kunden in den Märkten
Auch das stationäre Geschäft entwickelte sich positiv. Die Kundenfrequenz in den Märkten stieg um drei Prozent. Erich Harsch, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Baumarkt AG, sieht darin einen wichtigen „Faktor für die Umsatzsteigerung“.
Zusätzlich verbesserte sich die Flächenproduktivität. Sie lag bei 2.903 Euro je Quadratmeter, nach 2.849 Euro je Quadratmeter im Vorjahr. Damit konnte Hornbach seinen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb weiter ausbauen.
„Als Projektpartner für Heimwerker sind wir verlässlich – auch für Profis“, betont Harsch. Die Märkte seien für viele Menschen wichtige Rückzugsorte. Dies auch künftig zu bewahren, sei für das Unternehmen wesentlich.
Finanzseite profitiert von Kostendisziplin
Dr. Joanna Kowalska, seit dem 15. August 2025 neues Mitglied des Vorstands und Finanzvorständin beider Gesellschaften, hob die finanzielle Stabilität des Konzerns hervor. Vertrauen, Wirtschaftlichkeit und Investitionsfähigkeit stünden für Hornbach nicht im Widerspruch.
Positiv sei insbesondere, „dass der Rohertrag stärker gestiegen ist als die Kosten“. Das sei Ergebnis einer konsequenten Kostendisziplin. Zudem stärke die breite internationale Präsenz die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells. Im Online-Geschäft liege Hornbach weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Pandemie.
Ihr Fazit lautet: „Die Zahlen zeigen, unser Geschäftsmodell funktioniert auch in herausfordernden Zeiten“.
Digitalisierung und KI sollen Prozesse stärken
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Unter dem Begriff Interconnected Retail setzt Hornbach unter anderem KI-basierte Lösungen wie den „Macherassistent“ ein. Dieser unterstützt Mitarbeitende und Kunden mit Artikelinformationen und Beratung, die aus einer zentralen Datenbank gespeist werden.
Produktivitätssteigerungen durch KI sind ausdrücklich gewollt. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass diese Entwicklung „nicht zu einer Reduzierung von Mitarbeitenden auf der Fläche führen“ solle. Kosteneinsparungen durch Stellenabbau seien nicht Ziel der Technologieoffensive.
Expansion bleibt Teil der Strategie
Auch bei der Expansion bleibt Hornbach aktiv. Neue Märkte in der Slowakei, in Graz und in Schweden sowie der geplante Markteintritt in Serbien sollen weiteres Wachstum ermöglichen. Serbien gilt dabei als DIY-Markt, der bislang noch nicht stark von internationalen Anbietern geprägt ist.
Bei neuen Filialen verweist Hornbach zugleich auf energetische Gebäudestandards und Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.
Für den weiteren Jahresverlauf bleibt das Management vorsichtig optimistisch. Erwartet wird ein Nettoumsatz auf oder leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26. Trotz steigender Kosten will Hornbach seine Wachstumsstrategie fortführen.
CFO Kowalska betonte dazu: „Mir geht es darum, dass wir durch wirtschaftliche Stärke immer auch investieren können“.
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