OBI erhält Zuschlag für fünf Hellweg- und BayWa-Märkte
OBI hat im Bieterverfahren um Standorte von Hellweg und BayWa Bau & Garten den Zuschlag für fünf Märkte erhalten. Die Übernahmen stehen noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Bei sieben weiteren Standorten wurde OBI als bevorzugter Investor ausgewählt; dort laufen die Verhandlungen noch.
Insgesamt plant das Unternehmen, bis zu zwölf bisherige Hellweg- beziehungsweise BayWa-Bau-&-Garten-Märkte in sein eigenes Marktnetz zu integrieren. Mit den ersten fünf Standorten würde die Zahl der OBI-Märkte in Deutschland nach Unternehmensangaben auf mindestens 363 steigen. Eine Übersicht bestehender Filialen bietet der Praktiker-Baumarktfinder für OBI-Märkte in Deutschland.
Diese fünf Baumärkte sollen zu OBI werden
Nach Abgabe eines bindenden Angebots erhielt OBI den Zuschlag für drei Hellweg-Märkte und zwei Standorte von BayWa Bau & Garten:
| Standort | Bisheriger Betreiber |
|---|---|
| Berlin-Tiergarten | Hellweg |
| Berlin-Yorckstraße | Hellweg |
| Münster-Gievenbeck | Hellweg |
| Nördlingen | BayWa Bau & Garten |
| Wolfratshausen | BayWa Bau & Garten |
Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung strebt OBI an, die fünf Märkte zum 1. Dezember 2026 zu übernehmen. Nach den notwendigen Umbau- und Modernisierungsarbeiten sollen die Standorte voraussichtlich im März 2027 unter der Marke OBI wieder für Kundinnen und Kunden öffnen.
Informationen zu den bisherigen Filialnetzen finden sich in den Übersichten der Hellweg-Märkte und der BayWa-Märkte.
Rund 250 Beschäftigte sollen übernommen werden
Die geplante Transaktion umfasst nach Angaben von OBI auch alle rund 250 Beschäftigten der fünf Standorte. Damit könnten die Arbeitsplätze in den betroffenen Märkten erhalten und die Belegschaften nach der Umstellung unter dem neuen Betreiber weiterbeschäftigt werden.
Die tatsächliche Übernahme hängt allerdings weiterhin von der kartellrechtlichen Genehmigung und dem erfolgreichen Abschluss der weiteren organisatorischen Vorbereitungen ab. Auch der angekündigte Eröffnungstermin im März 2027 ist deshalb noch als Planung zu verstehen.
„Mit mehr als 660 stationären Märkten in Europa ist Obi ganz klar ein internationaler Player. Aber Deutschland ist und bleibt unser Heimatmarkt und wir glauben an diesen starken Wirtschaftsstandort. Mit dem Vorhaben, Hellweg- und BayWa Bau & Garten-Märkte an für uns relevanten Standorten ins Marktnetz zu integrieren, können wir OBI noch näher zu unseren Kundinnen und Kunden bringen. Zudem bietet sich uns die Chance, die Arbeitsplätze zahlreicher Expertinnen und Experten in unserer Branche zu erhalten und langfristig zu sichern.”
Das sagt Hendrik Voigt, Country Manager Deutschland bei OBI. Neben dem Ausbau des Filialnetzes stellt das Unternehmen damit den Erhalt der Arbeitsplätze und die Übernahme erfahrener Marktmitarbeiter in den Mittelpunkt seiner Begründung.
OBI verhandelt über sieben weitere Standorte
Für sieben weitere Hellweg- beziehungsweise BayWa-Bau-&-Garten-Märkte wurde OBI als präferierter Investor ausgewählt. Welche Standorte davon betroffen sind, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen.
Die Auswahl als bevorzugter Investor ist noch keine endgültige Übernahmezusage. Erst nach erfolgreichen Vertragsverhandlungen und den gegebenenfalls notwendigen behördlichen Freigaben steht fest, welche weiteren Märkte tatsächlich in das OBI-Netz wechseln.
Sollten sämtliche Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden, könnte OBI insgesamt bis zu zwölf Standorte übernehmen. Die bisherige Aufteilung des Hellweg- und BayWa-Filialnetzes auf verschiedene Investoren würde damit weiter konkretisiert.
Strategische Standorte sollen Lücken im Marktnetz schließen
Bei der Auswahl der Märkte spielten nach Angaben von OBI sowohl deren wirtschaftliche Perspektive als auch die geografische Lage eine entscheidende Rolle. Das Unternehmen will vor allem Regionen stärken, in denen die Marke bislang nicht oder nur mit wenigen Standorten vertreten ist.
„Neben dem Wachstum über Franchisepartner bietet die Übernahme dieser ausgewählten Hellweg- und BayWa Bau & Garten-Standorte einen attraktiven Hebel, um die Zahl unserer Märkte und damit die stationäre Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden in Deutschland noch schneller auszubauen”, sagt Dr. Sebastian Gundel, CEO der Obi Group Holding. „Entscheidend für die Auswahl war neben der Rentabilitätsprüfung der infrage kommenden Standorte vor allem die strategische Lage, um die wenigen Präsenzlücken der Marke Obi für unsere Kundinnen und Kunden zu schließen.“
Die Übernahme bestehender Baumärkte ermöglicht OBI einen schnelleren Ausbau als die vollständige Entwicklung neuer Standorte. Gebäude, Verkaufsflächen, Parkplätze und eingearbeitete Belegschaften sind bereits vorhanden, müssen allerdings an das Sortiment, die Technik und das Erscheinungsbild des neuen Betreibers angepasst werden.
Marktnetz soll auf mindestens 363 Standorte wachsen
Mit den fünf bereits zugesprochenen Märkten will OBI sein deutsches Filialnetz auf mindestens 363 Standorte erweitern. Europaweit betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 660 stationäre Märkte.
Der deutsche Markt bleibt für den Konzern trotz seiner internationalen Präsenz von besonderer Bedeutung. Neben Neueröffnungen und dem Wachstum durch Franchisepartner setzt OBI nun verstärkt auf die Übernahme bestehender Standorte. Weitere Bau- und Gartenmärkte verschiedener Betreiber können über den Baumarktfinder von Praktiker recherchiert werden.
Für die fünf konkret benannten Märkte sind nun die Entscheidung des Bundeskartellamts und die anschließende technische sowie bauliche Umstellung entscheidend. Bei den sieben weiteren Standorten bleibt abzuwarten, ob die laufenden Verhandlungen ebenfalls zu verbindlichen Übernahmevereinbarungen führen.