Bosch wächst im ersten Halbjahr – Konsumgütersparte unter Wettbewerbsdruck

Die Bosch-Gruppe hat ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2026 gesteigert, beim operativen Ergebnis jedoch einen Rückgang verzeichnet. Besonders unter Druck steht der Unternehmensbereich Consumer Goods: Der ausgewiesene Umsatz sank, während das Geschäft wechselkursbereinigt stabil blieb. Bosch verweist auf die zunehmende Konkurrenz chinesischer Anbieter. An seiner Jahresprognose hält der Konzern fest.

Consumer Goods: Umsatz und Rendite rückläufig

Der Unternehmensbereich Consumer Goods erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten 2026 einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zur Sparte gehören unter anderem Elektrowerkzeuge, Haushaltsgeräte und elektrische Gartengeräte.

Bereinigt um Wechselkurseffekte blieb der Umsatz auf Vorjahresniveau. Zugleich berichtet Bosch von einer wachsenden Wettbewerbsintensität durch chinesische Anbieter. Die operative EBIT-Rendite des Bereichs ging von 5,1 auf 4,4 Prozent zurück.

Konzernumsatz steigt auf 46,4 Milliarden Euro

Insgesamt setzte die Bosch-Gruppe im ersten Halbjahr 46,4 Milliarden Euro um. Gegenüber den 44,8 Milliarden Euro des Vorjahreszeitraums bedeutet das ein Plus von 3,6 Prozent.

Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern, kurz EBIT, entwickelte sich dagegen rückläufig: Es sank von 2,3 auf 2,2 Milliarden Euro. Die operative EBIT-Rendite verringerte sich von 5,1 auf 4,6 Prozent. Das höhere Umsatzvolumen ging damit nicht mit einer Verbesserung der Profitabilität einher.

Mobility bleibt größter Bereich, Gebäudetechnik wächst durch Übernahme

Auch außerhalb des Konsumgütergeschäfts verlief die Entwicklung unterschiedlich. Nach Angaben von Bosch leisteten dennoch alle vier Unternehmensbereiche einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis.

Unternehmensbereich Umsatz im ersten Halbjahr 2026 Veränderung zum Vorjahreszeitraum
Mobility 27,8 Milliarden Euro −0,5 Prozent
Consumer Goods 9,6 Milliarden Euro −2,9 Prozent
Industrial Technology 3,4 Milliarden Euro +6,8 Prozent
Energy and Building Technology 5,4 Milliarden Euro +45,9 Prozent

Mobility blieb mit Abstand der größte Umsatzträger. Belastungen entstanden unter anderem durch Wertminderungen auf Produktionsanlagen in Höhe von 270 Millionen Euro. Bosch führt diese auf den verzögerten Hochlauf der Elektromobilität zurück.

Den stärksten Umsatzanstieg meldete Energy and Building Technology. Wesentlicher Treiber war die Übernahme des Home-Comfort-Geschäfts von Johnson Controls und Hitachi, die nach Unternehmensangaben rund zwei Milliarden Euro zum Wachstum beitrug. Der deutliche Zuwachs ist somit wesentlich durch die Erweiterung des Geschäfts geprägt.

Bosch bestätigt Jahresziele und will Kosten weiter senken

Trotz der schwächeren Ergebnisentwicklung bleibt Bosch bei seiner Prognose für 2026. Erwartet werden weiterhin ein Umsatzwachstum zwischen zwei und fünf Prozent sowie eine operative EBIT-Rendite von vier bis sechs Prozent.

Für das zweite Halbjahr stellt sich der Konzern auf anhaltend schwierige Marktbedingungen ein. Im Mittelpunkt stehen deshalb weitere Verbesserungen der Wettbewerbsfähigkeit und eine Verringerung des Aufwands.

„Auch im zweiten Halbjahr steht deshalb die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und die robuste Aufstellung des Unternehmens im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, Kosten und Komplexität weiter zu reduzieren“, sagte Finanzchef Markus Forschner.

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