Brandenburg ist kein Vorbild - Kommentar von Nicole Dolif

Berlin (ots) -

In einigen Berliner Bezirken liegt die Inzidenz bei den Schülern bereits über 1000 - Tendenz steigend. Ja, diese Zahlen machen Angst. Angst davor, dass das eigene Kind an Corona erkranken könnte. Dass es vielleicht ausgerechnet nicht zu denen gehört, die einen leichten Verlauf haben. Dass es abwehrschwache Familienmitglieder infiziert. Oder auch einfach vor langen Quarantänezeiten ohne soziale Kontakte.

Diese Sorgen und Ängste der Eltern sind vollkommen berechtigt. Und doch müssen die Entscheidungen über die Verschärfungen der Coronamaßnahmen mit einem kühlen Kopf getroffen werden.

Die Rückkehr zur Maskenpflicht in der Grundschule war ein guter Schritt, um den Familien mehr Sicherheit zu geben. Und auch die nun beschlossene tägliche Testung ab zwei Coronafällen in einer Klasse wird helfen.

Brandenburg setzt den Präsenzunterricht nun aus. Dort sind die allgemeinen Inzidenzen in Teilen auch sehr hoch. Im Moment sollte Berlin mit einem solchen drastischen Schritt noch warten.

Die letzte Coronawelle hat gezeigt, dass Tausende Schüler durch die Aussetzung der Präsenzpflicht auf der Strecke geblieben sind. Sie waren wochenlang abgetaucht, haben bis heute Lernlücken, die sich nur schwer wieder schließen lassen - von den psychischen Folgen, weil sie ihre Freunde in der Schule nicht sehen konnten, ganz zu schweigen.

Natürlich ist jede Maßnahme eine Abwägungssache. Was heute gut und richtig erscheint, kann in der nächsten Woche schon ganz anders sein. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist Präsenzunterricht mit den vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen absolut vertretbar.

Er ist für die Kinder ein kleines Stück Normalität in dieser unbeständigen Zeit - das sollte ihnen so lange wie möglich erhalten bleiben.

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