Bürgerdelegation Sachsen-Anhalt - "Meine Mutter sagt immer: Du kannst nicht die ganze Welt retten. Aber ich würde es gern."

Halle (S.) (ots) -

Jolene Rätz (20) kommt aus Dessau-Roßlau und studiert seit 2019 Halle (S.) Erziehungswissenschaften. Nebenbei arbeitet sie in zahlreichen Projekten ehrenamtlich. Im Mittelpunkt steht dabei meist die Verknüpfung von Integrationsarbeit und Musik. Wichtig ist ihr dabei, dass die Menschen sich und ihre Kultur in den gemeinsamen Projekten wiederfinden können - deshalb arbeitet Jolene Rätz viel mit der Musik aus verschiedenen Nationen. Im vergangenen Jahr hat sie ein Musikvideo-Projekt auf die Beine gestellt, das selbst bei regionalen und überregionalen Politikern Aufmerksamkeit erregte. Und auch für kommende ehrenamtliche Projekte hat sie schon tausend Ideen ...

Wo fange ich am besten an? Ich würde sagen, Kultur und Musik begleiten mich schon mein ganzes Leben lang. Ich habe als Kind im Kinderchor im Anhaltischen Theater in Dessau gesungen und dort auch Theater gespielt. Auch heute spielt die Kunst noch eine entscheidende Rolle für mich. Das ist sicher auch der Grund, warum mein Ehrenamt meistens mit Kunst zu tun hat.

Angefangen hat alles mit meiner Mama. Sie unterrichtet Deutsch als Fremdsprache und hat dabei immer viel mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu tun. Ich habe sie oft dabei unterstützt, ihre Projekte umzusetzen. Häufig hat auch Musik eine Rolle gespielt. Das bietet sich meiner Meinung nach total an, wenn man Menschen helfen will, an einem neuen Ort Fuß zu fassen: Musik kann so viele Emotionen übertragen und helfen, Menschen zusammenzubringen.

Deswegen war mein erstes eigenes Projekt dann auch ein Konzert, bei dem ganz viele Menschen aus unterschiedlichen Nationen beteiligt waren und die Melodien ihrer Heimat mit einbringen konnten. Wir haben auf der Bühne dann auch die Charta der Toleranz ausgelegt, Bändchen verkauft und Spenden für "Die kleine Arche" in Dessau gesammelt. Das war ein total bewegender Abend. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es schaffen kann, das alles auf die Beine zu stellen. Da bin ich heute auch echt stolz auf mich.

Seither lässt mich das Ehrenamt nicht mehr los. Am liebsten würde ich zehn Projekte gleichzeitig stemmen. Eines meiner nächsten Musikprojekte möchte ich zum Beispiel gerne mit Herbert Grönemeyer umsetzen. Ich habe ihn gefragt, mal sehen, wann und was er antwortet. Aber mehr als ,nein' kann er schließlich auch nicht sagen, und dann habe ich es immerhin versucht.

Eigentlich müsste ich auch mehr darauf achten, dass meine ganzen ehrenamtlichen Projekte nicht meine komplette Zeit in Anspruch nehmen, schließlich studiere ich ja auch. Aber ich sehe ja, dass es die Menschen weiterbringt und wirklich einen Unterschied in ihrem Leben macht. Und ich freue mich, dass mein Engagement so toll angenommen wird und ich jetzt sogar in der Bürgerdelegation für Sachsen-Anhalt dabei sein darf - das hat mich schon echt gerührt. Ich hatte gar nicht das Gefühl, etwas Großartiges geschafft zu haben, aber da bin ich vielleicht zu selbstkritisch.

Trotzdem freue ich mich natürlich sehr auf das, was mich am Festtagswochenende erwartet. Was ich zum Beispiel super finde ist, dass einer unserer Programmpunkte ein Besuch in der Stasi-Haftuntersuchungsanstalt "Roter Ochse" sein wird. Und ich habe gelesen, dass wir auch die berühmte Ladegastorgel im Merseburger Dom hören werden. Das wird sicher sehr beeindruckend sein.

Ich glaube, dass ich von den anderen Delegierten viel lernen kann. Ich selbst bin ja erst nach der Wende geboren und kenne die deutsche Teilung gar nicht. Was ich aber weiß, ist, dass es mich ohne die Wende nicht gegeben hätte: Meine Mutter kommt aus Dessau und mein Vater aus Rheinland-Pfalz. Ohne den Mauerfall hätten die sich nie kennengelernt, das finde ich total berührend.

Wenn ich an die Deutsche Einheit denke, dann ist mir bewusst, wie viel Arbeit es gewesen sein muss, zwei Nationen wieder zu vereinen. Und manchmal denke ich auch, dass es noch einiges an Arbeit gibt, die in die Einheit investiert werden müsste. Dieses Ost-Westen-Denken, das gibt es schon noch. Auf der einen Seite total spannend, aber ich frage mich auf der anderen Seite schon auch, wie man das überwinden kann. Vielleicht komme ich ja durch den Austausch mit den anderen Delegierten auf eine Idee für mein nächstes ehrenamtliches Projekt zu diesem Thema?

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