Hellweg in Rodewisch: Marktleiterin sieht Chancen für den Erhalt des Standorts

Dem Hellweg-Baumarkt in Rodewisch droht zum 30. November 2026 die Schließung. Ein neuer Betreiber wurde bislang nicht gefunden. Marktleiterin Iris Töpfer sieht dennoch Potenzial für eine Fortführung: Gegenüber BaumarktManager verweist sie auf ein großes regionales Einzugsgebiet, den Bedarf von Eigenheimbesitzern und die Bedeutung des Gartencenters.

Einzugsgebiet reicht weit über Rodewisch hinaus

Die sächsische Stadt Rodewisch im Vogtlandkreis zählt rund 6.100 Einwohner. Nach Einschätzung von Töpfer, die den Markt seit 1998 führt, bildet diese Zahl die tatsächliche Kundenbasis des Standorts jedoch nicht ausreichend ab.

Der Hellweg-Markt verfügt über etwa 8.200 Quadratmeter Netto-Verkaufsfläche einschließlich Garten- und Außenbereich. Rodewisch gehört gemeinsam mit Auerbach, Ellefeld und Falkenstein zum Städteverbund Göltzschtal. Das Einzugsgebiet des Marktes erstreckt sich laut Töpfer darüber hinaus bis an die tschechische Grenze und ins Erzgebirge.

Als nächstgelegenen Wettbewerber nennt die Marktleiterin einen kleineren Baumarkt in Falkenstein in rund 13 Kilometern Entfernung. Ein Bauhaus in Plauen liege knapp 30 Kilometer entfernt. Gerade für Kunden aus dem ländlichen Umland würde eine Schließung nach ihrer Einschätzung längere Einkaufswege bedeuten, beispielsweise nach Plauen oder Zwickau.

Rund 4.500 Unterschriften für den Erhalt

Wie stark der Markt in der Region verankert ist, zeigt sich nach Angaben der Marktleiterin an der Unterstützung aus den umliegenden Kommunen. Mehrere Bürgermeister setzen sich demnach für den Standort ein.

Auch die Kundschaft engagiert sich: Innerhalb von zwei Wochen seien bei einer Unterschriftenaktion rund 4.500 Stimmen für den Erhalt des Baumarktes zusammengekommen, berichtet Töpfer.

Eigenheime und Sanierungsbedarf als Nachfragefaktoren

Für eine wirtschaftliche Perspektive spricht aus Sicht der Marktleiterin das hohe Eigenheimpotenzial im Umland. Hinzu kommt die gute Autobahnanbindung. Diese habe nach ihrer Einschätzung auch zum Ausbau des benachbarten Unternehmensstandorts von Goldbeck beigetragen.

Ein weiterer Nachfragefaktor sei der wiederkehrende Sanierungsbedarf im regionalen Gebäudebestand. Töpfer beobachtet dabei wechselnde Schwerpunkte: Je nach Jahr würden beispielsweise Produkte für Sanitärarbeiten oder Bauelemente stärker nachgefragt.

Gartencenter trägt wesentlich zum Geschäft bei

Eine besondere Rolle innerhalb des Standorts spielt laut Töpfer das Gartencenter. Es erwirtschafte einen beachtlichen Anteil des gesamten Marktumsatzes.

Die Marktleiterin führt dies auf die ländliche Prägung des Mittelgebirges und eine naturverbundene Kundschaft zurück. Das Sortiment rund um Garten und Freizeit ist damit aus ihrer Sicht ein wichtiger Bestandteil der Standortperspektive.

Beschäftigte zwischen Stellensuche und Hoffnung

Für die Belegschaft bleibt die Situation unsicher. Viele Beschäftigte haben bereits ihre Ausbildung am Standort absolviert. Nach Angaben von Töpfer suchen inzwischen zahlreiche Mitarbeitende nach einer neuen Stelle; einige hätten bereits Angebote erhalten.

Gleichzeitig besteht weiterhin die Hoffnung auf einen neuen Betreiber. Ob sich bis zur drohenden Schließung am 30. November 2026 eine Übernahmelösung finden lässt, ist bislang offen.

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