Produktsuche: KI erreicht jeden Fünften – Suchmaschinen und Händler bleiben führend

KI-Anwendungen ergänzen die Produktsuche, haben klassische Informationsquellen aber bislang nicht verdrängt. Laut einer Studie von IFH Media Analytics und Media Central nutzen 21 Prozent der Verbraucher künstliche Intelligenz zur Recherche nach Produkten und Angeboten. Unter diesen Nutzern beeinflusst sie bereits Kaufentscheidungen, wird jedoch meist durch weitere Informationsquellen überprüft.

Für die Untersuchung wurden 1.000 Konsumierende aus den Bereichen Lebensmittel, DIY, Elektro und Möbel befragt. 79 Prozent nutzen bei der Produktrecherche keine KI-Unterstützung. Suchmaschinen mit 62 Prozent und Händler-Websites mit 61 Prozent bleiben die wichtigsten Informationsquellen.

Fehlender Bedarf und Vertrauensfragen bremsen die Nutzung

Unter den Befragten, die KI bislang nicht für die Produktrecherche einsetzen, sieht fast jeder Zweite keinen entsprechenden Bedarf. 42 Prozent bevorzugen klassische Recherchewege. Hinzu kommen Zweifel daran, wie zuverlässig und nachvollziehbar die Ergebnisse von KI-Anwendungen sind.

Anders fällt die Bewertung bei denjenigen aus, die solche Angebote bereits nutzen. In dieser Gruppe sehen 86 Prozent KI als Unterstützung bei Kaufentscheidungen. 53 Prozent haben auf Grundlage der erhaltenen Informationen bereits einen Kauf getätigt.

Das bedeutet allerdings kein uneingeschränktes Vertrauen: 84 Prozent der KI-Nutzenden gleichen die Ergebnisse zusätzlich mit anderen Quellen ab.

Konkrete Fragen und Produktvergleiche stehen im Vordergrund

Besonders häufig wird KI eingesetzt, um konkrete Fragen zu beantworten. Dies nennen 52 Prozent der KI-Nutzenden. Produktvergleiche und Empfehlungen folgen mit jeweils 45 Prozent.

„Noch nutzt nur rund jeder Fünfte KI für die Angebots- und Produktsuche. Bei diesen Nutzern entfaltet sie jedoch bereits eine beachtliche Wirkung: Sie unterstützt Kaufentscheidungen, setzt konkrete Kaufimpulse und eröffnet neue Zugänge zu Produkten, Marken und Händlern. So hat bereits etwa ein Drittel der KI-Nutzenden durch KI neue Marken entdeckt oder einen Händler besucht“, sagt Andreas Riekötter, Geschäftsführer von IFH Media Analytics.

Bei den Anwendungen dominieren ChatGPT und Gemini. Mehr als fünf von sechs KI-Nutzenden setzen diese Angebote am häufigsten ein.

Jüngere Verbraucher greifen häufiger auf KI zurück

Die Nutzung unterscheidet sich deutlich nach Alter. Bei den 18- bis 29-Jährigen verwendet knapp ein Drittel KI zumindest gelegentlich zur Recherche. In den älteren untersuchten Gruppen fällt der Anteil schrittweise geringer aus.

Altersgruppe Anteil mit zumindest gelegentlicher KI-Nutzung
18 bis 29 Jahre 32 Prozent
30 bis 39 Jahre 27 Prozent
40 bis 49 Jahre 22 Prozent
50 bis 59 Jahre 15 Prozent
60 bis 69 Jahre 10 Prozent

Möbel- und Elektrohandel liegen vor dem Baumarktsegment

Auch zwischen den untersuchten Branchen zeigen sich Unterschiede. Am stärksten ist KI bei der Recherche im Möbelhandel verbreitet. Danach folgen der Elektrohandel, das Baumarktsegment und der Lebensmitteleinzelhandel.

Branche Anteil der KI-Nutzung bei der Recherche
Möbelhandel 24 Prozent
Elektro- und Elektronikhandel 21 Prozent
Baumarktsegment 13 Prozent
Lebensmitteleinzelhandel 10 Prozent

Die erste Anlaufstelle hängt vom Recherchebedarf ab

Für Inspiration und Preisvergleiche wenden sich Verbraucher am häufigsten zuerst an Suchmaschinen. Die jeweiligen Anteile liegen bei 27 und 26 Prozent. Bei konkreten Fragen sowie bei Kaufentscheidungen sind dagegen Händler-Websites mit jeweils 27 Prozent die häufigste erste Anlaufstelle.

Für die Suche nach Angeboten stehen Apps mit 21 Prozent an erster Stelle. KI erreicht in keiner der untersuchten Phasen den Spitzenplatz und kommt als erste Anlaufstelle auf Anteile zwischen drei und zehn Prozent.

Gleichzeitig erwarten 56 Prozent der heutigen KI-Nutzenden, entsprechende Anwendungen künftig häufiger einzusetzen. Die Studie deutet damit auf eine wachsende Rolle innerhalb einer weiterhin über mehrere Kanäle verteilten Produktsuche hin.

„KI ist bei der Produktsuche derzeit vor allem ein zusätzlicher Zugang zur Customer Journey. Schon heute verändert sie jedoch, wie Verbraucher Informationen suchen, vergleichen und in Kaufentscheidungen einbeziehen. Für Händler und Marken bedeutet das: Ihre Angebotskommunikation muss künftig nicht nur über klassische Kanäle funktionieren, sondern auch für KI-Systeme auffindbar und verständlich sein. Eigene Touchpoints bleiben zugleich unverzichtbar, um vertrauenswürdige Informationen zu Preisen, Verfügbarkeiten und Produkten bereitzustellen“, erläutert Palle Presting, Team Lead Marketing & Brand bei Media Central.

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