Sowjetisches Erbe

Frankfurter Rundschau (ots) -

Die Verdoppelung von Preisen für Auto-Gas war nur der Auslöser für die Proteste in Kasachstan, die Gründe sind umfassender - und ein Erbe des sowjetischen Imperiums. Da ist zunächst die Zentralisierung der politischen Gewalt und das Abschöpfen von wirtschaftlichen Gewinnen durch das Zentrum. Der Reichtum des Landes fließt in die Hauptstadt, die Provinz hat wenig zu melden. Auch die autoritäre Staatsführung ist ein Erbe der Sowjetunion, ebenso die Bevorzugung einer technokratischen, loyalen Elite. Nur der Wohlstand vermochte den Großteil der Bevölkerung ruhigzustellen. Doch vergessen wurden die Probleme ebenso wenig wie die tödlichen Repressionen früherer Proteste. Die ökonomischen Probleme durch die Pandemie sowie die Preiserhöhungen führten zum Überdruss. Es ist unwahrscheinlich, dass der Rücktritt der Regierung und die Senkung der Energiepreise den Zorn der Straße beruhigen. Kasachstan stehen unruhige Zeiten bevor und es ist nicht absehbar, ob sie in bessere Zeiten münden.

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