Stihl steigert Umsatz und treibt Wandel zum Akku-Geschäft voran
Die Stihl Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025 erfolgreich abgeschlossen und ihren Umsatz trotz schwieriger Marktbedingungen auf 5,48 Milliarden Euro gesteigert. Damit erreichte das Unternehmen nahezu das Niveau des Rekordjahres 2022, als der Umsatz bei 5,49 Milliarden Euro lag. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Plus von 2,8 Prozent.
Belastet wurde die Entwicklung unter anderem durch die US-Zollpolitik im wichtigsten Einzelmarkt, eine schwächere Konjunktur in vielen Ländern sowie negative Wechselkurseffekte. Dennoch konnte Stihl nach eigenen Angaben weiter wachsen und seine finanzielle Stärke behaupten.
Rund 91 Prozent der Erlöse erzielte das Familienunternehmen im Ausland. Die Eigenkapitalquote stieg auf 71,2 Prozent. Zusammen mit einer hohen Liquidität schafft das die Grundlage, Investitionen weitgehend aus eigener Kraft zu finanzieren. Zum Jahresende beschäftigte Stihl weltweit 20.246 Mitarbeitende. Das entspricht einem Zuwachs von 2,6 Prozent, unter anderem durch das neue Werk in Rumänien.
Unterschiedliche Entwicklung in den Regionen
Regional zeigte sich 2025 ein gemischtes Bild. In Westeuropa entwickelte sich Stihl trotz eines rückläufigen Marktumfelds robust und konnte Marktanteile hinzugewinnen. Besonders stark entwickelte sich das Akku-Geschäft mit zweistelligen Wachstumsraten, teilweise von mehr als 20 Prozent. Bremsend wirkten dagegen Hitze und Trockenheit im Sommer, die die Nachfrage dämpften.
In Osteuropa blieb der Einfluss des Ukraine-Kriegs spürbar. Dennoch legten Absatz und Umsatz mit Akku-Produkten in allen Kernmärkten deutlich zu. Der Akku-Anteil überschritt dort bereits die Marke von 20 Prozent.
Nordamerika blieb mit rund einem Drittel des Umsatzes der wichtigste Markt für Stihl. Der Umsatz lag leicht über dem Vorjahr. Dazu trugen günstige Witterungsbedingungen, das Aftermarket-Geschäft sowie Vorzieheffekte im Zusammenhang mit angekündigten Zöllen bei.
In Lateinamerika erzielte Stihl insgesamt deutliches Wachstum. Die Entwicklung fiel jedoch je nach Land unterschiedlich aus. Während das Konsumklima in Brasilien gedämpft blieb, erholte sich Argentinien. In mehreren Märkten profitierten Händler und professionelle Anwender zudem von hohen Agrarpreisen.
Auch die asiatischen Schlüsselmärkte China und Indien entwickelten sich positiv. In China verbesserte ein margenträchtigerer Produktmix die Profitabilität. Afrika und der Nahe Osten waren 2025 die dynamischste Wachstumsregion, wenn auch weiterhin auf vergleichsweise kleiner Basis. Rückläufig entwickelte sich dagegen Ozeanien. Dort gingen die Gesamtumsätze zurück, während die Verkäufe von Akku-Produkten stiegen. Stihl will hier die Vertriebsaktivitäten verstärken und erwartet für 2026 eine Trendwende.
Akku-Produkte gewinnen weiter an Bedeutung
Strategisch treibt Stihl die Transformation zum Akku-Anbieter konsequent voran. Akku-Produkte machten 2025 bereits 27 Prozent des weltweiten Absatzes aus. Im Vorjahr hatte der Anteil noch bei 25 Prozent gelegen. In Westeuropa sind inzwischen rund zwei Drittel der verkauften Geräte akkubetrieben.
Ein wichtiger Baustein dieser Entwicklung ist das neue Werk im rumänischen Oradea. Dort werden ausschließlich Akku-Packs und Akku-Geräte gefertigt. Der Standort fungiert zugleich als europäisches Kompetenzzentrum für diesen Bereich.
Auch am Stammsitz baut Stihl die eigene Wertschöpfung aus. Mit dem Einstieg in die Eigenfertigung von EC-Motoren stärkt das Unternehmen seine Kapazitäten im Wachstumsfeld Akku-Technologie.
Verbrenner bleiben weiter Teil der Strategie
Trotz der starken Akku-Entwicklung hält Stihl an seiner Position bei Verbrennergeräten fest. Neue Produkte wie die MS 300 sollen die Marktstellung in diesem Segment weiter absichern. Das ist strategisch nachvollziehbar: Wer jetzt nur auf Akku setzt und das Verbrennergeschäft vernachlässigt, würde in vielen professionellen Einsatzbereichen unnötig Marktanteile riskieren.
Insgesamt investierte die Gruppe 335,7 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte dieser Summe floss nach Deutschland. Ein Schwerpunkt ist ein neues Firmenareal in Waiblingen, auf dem Unternehmenseinheiten gebündelt werden sollen.
Das Stammhaus steigerte seinen Umsatz auf 1,85 Milliarden Euro. Dazu trugen Vorzieheffekte durch ein neues Steuerungssystem bei. Für 2026 rechnet Stihl allerdings mit einer Gegenbewegung.
Mit der Verlängerung des Beschäftigungs- und Standortsicherungsvertrags bis Ende 2027 sendet das Unternehmen zudem ein klares Signal für die langfristige Bindung an den Standort. Für den DIY-Handel ist das kein Nebenaspekt, sondern relevant für Planungssicherheit, Lieferfähigkeit und Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit.