Wohnungsbau bricht 2025 weiter ein: 18 Prozent weniger Fertigstellungen

Der Wohnungsbau in Deutschland ist 2025 erneut deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im vergangenen Jahr 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 45.400 Wohnungen weniger als 2024 und entspricht einem Rückgang von 18,0 Prozent.

Damit sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen bereits im zweiten Jahr in Folge kräftig. Schon 2024 hatte es ein Minus von 14,4 Prozent gegeben. In den Jahren 2021 bis 2023 hatte die Zahl der Fertigstellungen noch jeweils bei rund 294.000 Wohnungen gelegen.

Der aktuelle Wert zeigt, wie stark der Wohnungsbau inzwischen unter Druck steht. Niedriger war die Zahl neu gebauter Wohnungen zuletzt im Jahr 2012, als 200.500 Wohnungen fertiggestellt wurden. Zuvor war die Zahl neuer Wohnungen vom Tiefstand von 159.000 im Jahr 2009 bis auf 306.400 im Jahr 2020 gestiegen.

In den Zahlen enthalten sind sowohl Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden als auch neue Wohnungen, die in bestehenden Gebäuden entstanden sind.

Deutlicher Rückgang bei Neubauten

In neu errichteten Wohngebäuden wurden 2025 insgesamt 172.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 20,0 Prozent beziehungsweise 43.300 Neubauwohnungen weniger als im Vorjahr.

Betroffen waren alle wichtigen Gebäudearten. Bei Einfamilienhäusern, die häufig von Privatpersonen errichtet werden, sank die Zahl der Fertigstellungen auf 41.800. Das entspricht einem Minus von 23,3 Prozent oder 12.700 Häusern.

Auch bei Zweifamilienhäusern ging die Bautätigkeit deutlich zurück. Hier wurden 13.800 neue Wohnungen fertiggestellt, 21,4 Prozent beziehungsweise 3.800 weniger als im Vorjahr.

Die meisten Neubauwohnungen entstanden weiterhin in Mehrfamilienhäusern. Doch auch hier fiel der Rückgang kräftig aus. 2025 wurden 109.800 Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern fertiggestellt. Das waren 18,9 Prozent oder 25.500 Wohnungen weniger als 2024.

In neu errichteten Wohnheimen sank die Zahl der fertiggestellten Wohnungen um 15,1 Prozent auf 7.200.

Osten deutlich stärker betroffen als Westen

Regional zeigt sich ein klares Gefälle. Im Osten Deutschlands ging die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen in Wohngebäuden prozentual mehr als doppelt so stark zurück wie im Westen.

Im Westen wurden 2025 insgesamt 145.700 Neubauwohnungen in Wohngebäuden fertiggestellt. Das waren 16,7 Prozent beziehungsweise 29.200 weniger als im Vorjahr.

Im Osten sank die Zahl dagegen um 34,3 Prozent auf 26.900 Wohnungen. Besonders deutlich fiel der Unterschied bei Mehrfamilienhäusern aus. Während im Westen 13,9 Prozent beziehungsweise 15.000 weniger Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern fertiggestellt wurden, lag das Minus im Osten bei 38,3 Prozent oder 10.600 Wohnungen.

Unternehmen und Privatpersonen bauen weniger

Auch nach Bauherrengruppen zeigt sich der Rückgang deutlich. Von den 2025 fertiggestellten Neubauwohnungen entfielen 89.500 auf Unternehmen. Das waren 17,8 Prozent beziehungsweise 19.400 weniger als im Vorjahr.

Privatpersonen stellten 72.300 Neubauwohnungen fertig. Hier fiel der Rückgang mit 23,7 Prozent beziehungsweise 22.400 Wohnungen noch stärker aus.

Bauzeiten verlängern sich weiter

Neben der sinkenden Zahl der Fertigstellungen verlängert sich auch die Abwicklungsdauer. Bei den im Jahr 2025 fertiggestellten Neubauwohnungen in Wohngebäuden lag die durchschnittliche Zeit von der Genehmigung bis zur Fertigstellung bei 27 Monaten.

2024 hatte die durchschnittliche Bauzeit noch 26 Monate betragen. Im Jahr 2020 waren es lediglich 20 Monate. Damit wird nicht nur weniger gebaut, sondern Bauprojekte dauern auch spürbar länger.

Folgen auch für den DIY-Handel

Der Einbruch im Wohnungsbau betrifft nicht nur Bauunternehmen, Projektentwickler und Immobilienmärkte. Auch der DIY-Handel dürfte die Entwicklung zu spüren bekommen.

Weniger fertiggestellte Wohnungen bedeuten weniger neue Haushalte, weniger Einzugsprojekte und weniger Nachfrage nach Produkten rund um Renovierung, Einrichtung, Garten, Ausbau und Verschönerung des neuen Eigenheims. Für Baumärkte ist das kein Randthema, sondern ein echter Belastungsfaktor. Wenn weniger gebaut und bezogen wird, fehlen wichtige Impulse für viele klassische Heimwerker- und Modernisierungssortimente.

praktiker.gif